Suhl: Zentrum deutscher Waffenkunst

Kupferstich der Stadtansicht von Suhl
  Suhl um 1750

Die Stadt Suhl liegt am Südwesthang des Thüringer Waldes. Vor rund 600 Jahren wurde sie Zentrum für die Herstellung von Schutz- und Trutzwaffen und seit 500 Jahren von Handfeuerwaffen. Warum gerade Suhl?

Aus den Bergen kommt das Eisenerz. Aus dem Wald das Holz für die Schmelzöfen. Wasserkraft für die Gebläse der Schmelzen, Schmiedehämmer und Schleifmühlen. Der Fleiß seiner Bewohner tat ein übriges. Dazu kurze Transportwege zu wichtigen Handelszentren. Das waren günstige Voraussetzungen.

 

Suhler Waffenwerkstatt
Werkstatt um 1880

Von anderen Waffenzentren wanderten viele Fachkräfte nach Suhl aus, gründeten Familien, wurden sesshaft. Sie brachten Kraft, Erfahrung und Ideenreichtum ein und der Väter Beruf wurde über viele Generationen an die Söhne weitergegeben.

Die Erzeugnisse wurden immer perfekter, künstlerisch anspruchsvoller. Konkurrenz schaffte Wettbewerb.

 

Innungssiegel
Innungssiegel

Viele Spezialberufe entstanden hier. Plattner, Rohrschmiede, Graveure, Schäfter, Büchsenmacher und andere. Die hohe Spezialisierung des Suhler Büchsenmacherhandwerkes erfolgte in beeindruckender Konzentration auf engstem Territorium. Ganz Suhl war eine einzige Gewehrfabrik. Suhl wurde Weltzentrum der privaten Waffenerzeugung.

 

Seitenschloss
Innenansicht Seitenschloss

 

Es wurde bestes Kunsthandwerk ausgeübt und Suhler Waffen zeugen heute davon in vielen Kunstmuseen.

Es verwundert daher nicht, dass Kenner und Liebhaber aus der ganzen Welt Suhler Jagdwaffen sammeln, um sich an einem meisterlich gearbeiteten Stück Kulturgut zu erfreuen.